Die Rollenverteilung prägt den Abend. Eine gute Verteilung sorgt dafür, dass sich alle trauen, aus sich herauszugehen, und dass jede Figur ihren Auftritt bekommt. Eine unglückliche Verteilung kann dagegen dazu führen, dass jemand den ganzen Abend mit einer Rolle kämpft, die nicht zu ihm passt. Ein paar Grundsätze helfen.
Nach Spiellaune verteilen
Manche Rollen verlangen große Auftritte, andere leben vom stillen Beobachten. Überlegt, wer gern im Mittelpunkt steht und wer lieber aus der zweiten Reihe ermittelt. Die Diva, der Theaterdirektor oder die Erbin brauchen Menschen, die Spaß an Drama haben. Der Butler, die Hausdame oder der Schaffner passen zu Gästen, die lieber zuhören und im richtigen Moment eine gezielte Frage stellen.
In der Rollenübersicht steht zu jeder Figur eine kurze Beschreibung. Daran lässt sich gut ablesen, wie viel Präsenz eine Rolle verlangt.
Geschlecht ist zweitrangig
Alle Rollen lassen sich mit kleinen Anpassungen von jeder Person spielen. Aus dem Oberst wird die Oberstin, aus dem Butler die Hausdame. Die Hinweise und Geheimnisse der Figur bleiben gleich, nur die Anrede ändert sich. Sagt der Runde zu Beginn kurz, welche Figuren angepasst wurden, damit sich niemand verwirren lässt.
Nicht in fremde Hefte schauen
Wer die Rollen vergibt, liest nur die öffentliche Rollenübersicht. Die Rollenhefte bleiben bei den jeweiligen Personen. So bleibt der Fall für alle spannend, auch für die gastgebende Person.
- Die Rollenübersicht steht in der Spielanleitung.
- Jede Person erhält ihr Heft ein paar Tage vorher.
- Fragen zur eigenen Rolle klärt man am besten mit dem eigenen Heft.
Paare und gute Freunde
Paare müssen nicht zwingend ein Paar spielen. Oft ist es reizvoller, wenn zwei, die sich gut kennen, am Tisch Rivalen sind. Andersherum kann es helfen, eine schüchterne Person neben jemanden zu setzen, dessen Figur viel mit ihr zu besprechen hat. Die Rollenübersicht zeigt, welche Figuren eine gemeinsame Vergangenheit haben.
Die Täterrolle
Wer die Täterin oder der Täter ist, weiß vorher niemand, auch nicht die Person, die die Rollen verteilt. Das steht erst im eigenen Heft. Ihr müsst also nicht überlegen, wem ihr diese Aufgabe zutraut. Jede Figur ist so geschrieben, dass sie verdächtig wirken kann, und jede Person am Tisch kann den Abend tragen.
Den Gästen die Rolle schmackhaft machen
Schickt mit dem Heft ein paar persönliche Zeilen: warum ihr gerade diese Figur ausgesucht habt und welche Kostümidee euch dazu einfällt. Das nimmt die Scheu vor dem Rollenspiel. Viele Gäste, die vorher sagen, sie könnten nicht schauspielern, sind am Abend die lautesten.
Ein kurzer Ablauf für die Verteilung
- Rollenübersicht lesen und zu jeder Figur einen Namen aus der Runde notieren.
- Prüfen, ob große und kleine Auftritte gut verteilt sind.
- Angepasste Figuren (Oberst oder Oberstin) festhalten.
- Hefte verschicken und um Rückmeldung bitten, ob alles angekommen ist.
Wenn jemand kurzfristig absagt
Jede Rolle trägt einen Teil der Lösung, deshalb sollte sie besetzt sein. Fragt früh jemanden als Ersatz an und schickt das Heft weiter. Wenn das nicht klappt, findet ihr in der Spielanleitung Hinweise, wie ihr mit einer fehlenden Person umgehen könnt.
Mit einer durchdachten Verteilung startet der Abend entspannt, und alle wissen schon beim Aperitif, wer sie heute sind.
BEREIT FÜR DEN ERSTEN FALL?
Sechs Krimidinner für 4 bis 9 Personen – ohne Spielleiter.



